Aktuelles

In der ersten Septemberwoche fand unsere Abschluss-Veranstaltung des Projektes BOGOS statt. Den anwesenden PAG-Teilnehmenden wurden die drei Projektjahre zusammenfassend an einem Vormittag präsentiert. Dies umfasst unter anderem umfängliche Standortanalysen sowie Analysen zu den jeweiligen Betriebsstrukturen (Ist-Zustands-Analyse), Ergebnisse zu den Wasserhaushalten der Untersuchungsflächen sowie erstellte abgeleitete Szenarien für eine zukünftige Bewirtschaftung. Die Präsentation gab die Grundlage für die anschließende gemeinsame spannende Diskussion.

Aktuell befinden wir uns in den letzten Zügen der Erstellung der Abschlussmappen für jeden der vier Kooperationsbetriebe. Ende September wird das Projekt abgeschlossen.

Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern, bei allen Teilnehmenden der Projektarbeitsgruppe und bei allen Beteiligten, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben, für die gute Zusammenarbeit.

Natürlich wünschen wir uns, dass möglichst viele im Projekt ausgearbeitete Maßnahmen umgesetzt werden.

Vielen Dank und alles Gute

Ihr BOGOS Team

Das Projekt BOGOS biegt langsam aber sicher auf die Zielgerade ein. In den letzten Monaten organisierten wir individuelle Treffen mit den Betriebsleitern unserer vier Kooperationsbetriebe in den verschiedenen Betriebskulissen. Wir präsentierten die Erkenntnisse unserer vielfältigen Analysen und Untersuchungen zum Zustand der organischen Böden, der Grünlandbestände und der Wasserversorgung und diskutierten ausführlich das Potential der Grünlandflächen, deren zukünftige Nutzung sowie mögliche alternative Wertschöpfungsketten.

Die letzten Monate im Projekt wollen wir nun neben dem verwaltungstechnischen Abschluss dazu nutzen, für jeden Betrieb eine Zusammenstellung aller relevanten Erkenntnissen aus dem dreijährigen Projektverlauf auszuarbeiten, ergänzt durch detaillierte Informationen zu attraktiven Nutzungsalternativen und Fördermöglichkeiten für eine moorschonende, klima- und naturschutzfreundliche Grünlandnutzung.

Weiterhin steht die Organisation des großen Projektabschlusstreffens im Spätsommer 2021 an. Dort sollen nach Möglichkeit nochmal alle Beteiligten, von den Kooperationsbetrieben bis zur Projektarbeitsgruppe, zusammenkommen und abschließend den Projektverlauf und -erfolg besprechen. Es bleibt noch viel zu tun!

Eine spannende alternative Nutzungsform für den Aufwuchs feuchter oder nasser Grünlandflächen ist die Innerbetriebliche Kompostierung. Das Konzept beinhaltet die Kompostierung der Biomasse vom Feucht- oder Nassgrünland am Hof, die eventuelle Beimischung weiterer im Betrieb anfallender Komponente (Wirtschaftsdünger, Schilf, Heckenschnitt, Holzhäcksel) und die Ausbringung des fertig gereiften Komposts auf den Ackerflächen zur Düngung und Bodenverbesserung.

Kompost ist gut geeignet, sandige und eher ertragsschwache Standorte aufzuwerten: er fördert langfristig die Humusbildung im Boden, verbessert Struktur und Wasserhaltevermögen, fördert das Bodenleben und kann auch phytosanitäre Effekte aufweisen. Im Kompost enthalten sind, je nach Ausgangsmaterial: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Schwefel sowie weitere Spurenelemente und basisch wirksame Verbindungen. Kompost ist somit als Grunddünger gut einsetzbar, muss jedoch in den ersten Jahren der Anwendung meist noch durch weitere Dünger ergänzt werden, da die Stickstoffverfügbarkeit durch den hohen Anteil stabiler Stickstoffverbindungen vergleichsweise gering ist und eher mittel- und langfristige Wirkung zeigt.

Weitere Herausforderungen sind die Kosten des innerbetrieblichen Kompostierungsprozesses. Dazu liegen bisher wenige verlässliche Erfahrungswerte vor. Klar ist, dass die Kosten stark variieren, je nach Aufwand an Arbeitsstunden und eingesetzter Spezialtechnik. Eine erfolgreiche innerbetriebliche Kompostierung ist jedoch auch mit reduzierter Prozessführung und der Nutzung bereits vorhandener Technik möglich.

Konkrete Daten und Zahlen zum Thema werden aktuell in verschiedenen Forschungsprojekten und Arbeitsgruppen analysiert, um das Potential der Kompostherstellung und -düngung zur Schließung von Nährstoffkreisläufen aufzuzeigen. Im Projekt BOGOS war das Interesse der Betriebe an dieser spannenden Nutzungsalternative groß, wir bleiben am Thema dran!

Für weiterführende Infos zur Düngung mit Kompost im Ökolandbau:

www.oekolandbau.de/landwirtschaft/pflanze/grundlagen-pflanzenbau/kompost/

www.vhe.de/kompost/landwirtschaft/

Als Beispiel für aktuelle Forschung zum Thema Kompostierung:

www.ktbl.de/ueber-uns/arbeitsprogramm/arbeitsgemeinschaft-oekologischer-landbau#c3649

www.oekolandbau.wzw.tum.de/en/forschung/projekte/probio/

Im November fand die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde e. V.  zusammen mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung auf digitalem Wege statt und lieferte spannende Einblicke und neue Entwicklungen zum übergeordneten Thema „Stauhaltung im Niedermoorgrünland“.

Im Projekt BOGOS stand das zweite Treffen der Projektarbeitsgruppe an. Der Fokus lag dieses Mal auf dem Vorgehen zur Entwicklung alternativer Nutzungen am konkreten Beispiel der Agrargenossenschaft Radensdorf. Wir präsentierten der Expertenrunde die erarbeitete Methodik zur Szenarienentwicklung und -bewertung und stellten zusammen mit der Betriebsleitung die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Treffen im Spreewald vor. Die anschließende Diskussion konzentrierte sich neben der Bewertung der Methodik auf Vorteile und Herausforderungen einer Biomasse-Kompostierung von Nassgrünland. Wir konnten aus dem Treffen wieder hilfreiche Schlüsse für das weitere Vorgehen mit unseren Projektbetrieben ziehen!

Wir befinden uns in einer spannenden Phase von BOGOS: die umfangreichen Datenaufnahmen und -auswertungen der letzten zwei Jahre sind abgeschlossen. Analysiert wurden neben den Bodenverhältnissen, Pflanzenbeständen und der Wasserregulierbarkeit ausgewählter Grünlandflächen auch die Struktur und Wertschöpfung der einzelnen Betriebe. Die Ergebnisse bilden nun die Basis für die konkrete Entwicklung alternativer Nutzungsszenarien mit unseren Projektbetrieben.

Mit einer Vorauswahl an Nutzungsalternativen (Transfermulch, Pflanzenkohle, Kompostierung, Energetische Nutzung) sind wir Ende Oktober zunächst in den Spreewald gefahren. Vor Ort wurden mit der Betriebsleitung der Agrargenossenschaft Radensdorf alle Szenarien durchleuchtet und hinsichtlich Ihrer Umsetzbarkeit und der Wertschöpfung für den Betrieb sowie dem Potential für den Moor-, Klima- und Bodenschutz diskutiert. Als Favorit kristallisierte sich die Idee einer Kompostierung der Biomasse vom Nassgrünland zur Nutzung als Düngung im Ackerbau heraus. Dazu recherchieren wir nun aktuell im Detail, um alle offenen Fragen der Betriebsleitung zu dieser Form der Biomasseverwertung zu klären. Eine wichtige Komponente ist dabei die Integration der zusätzlichen Arbeitsprozesse in den Betriebskreislauf sowie die Schaffung rentabler Wertschöpfungsketten.

Unser Projekt BOGOS wurde im Paludikultur-Newsletter (2020_3) des Greifswald Moor Centrums vorgestellt. Gerne mal hereinschauen, rund um das Thema Moor und Paludikultur werden regelmäßig spannende Beiträge veröffentlicht.

 https://www.moorwissen.de/en/paludikultur_newsletter.php

Die Analyse und Bewertung der vorhandenen Meliorationssysteme auf den Betriebsflächen der Kooperationsbetriebe ist in vollem Gange. Das umfasst unter anderem die Auswertung vorhandener Daten. Es sollen möglichkeiten einer Wasserstandsanhebung bzw. –stabilisierung aufgezeigt werden und die dabei zu erreichende absolute Graben-Wasserstandshöhe abgeschätzt werden. Die Wirkungen auf die Teilgebiete und die angrenzenden Nachbarflächen sind zu bewerten und die notwendigen Genehmigungswege zu umreißen.

Die Auswertungen der im Gelände erfassten Daten nehmen aktuell den größten Teil unserer Arbeit ein.

Es umfasst die Auswertung der Vegetation, die uns auf die Wasserverhältnisse schliesen lässt, sowie die Qualität der Ernte wiederspiegelt. Der Zustand der Qualität der Ernte wird durch Laboranalysen genau ermittelt. Dabei haben wir uns die Anteile an Rohfaser und Rohprotein, sowie die Konzentration der Minerale Kalium und Phosphor angeschaut.

© Wenzl F.

Am Betrieb Lehrschäferei Friedrichsfelde wurde die Möglichkeit einer regelmäßigen anstehenden Blutuntersuchung bei den Wasserbüffeln genutzt, um auch Blut für Parasitologische Untersuchungen abzunehmen. Dabei wird das Blut auf Antikörper gegen mögliche Endoparasiten, wie den Leberegel und den Pansenegel untersucht.  

 
 
 
 
 
© Wenzl F.

Am Betrieb Agrargenossenschaft Radensdorf wurden parasitologische Untersuchungen durchgeführt. Es wurden von den Mutterkühen Kotproben genommen, die in einem Labor auf Leberegel und Pansenegel untersucht werden.

© Wenzl F.

Bei zahlreichen Bodenproben auf den Flächen haben wir eine genaue Ansprache der Torfe gemacht. Es wurden aus verschiedenen Bodenschichten Proben genommen, um im Labor eine Analyse von Parametern wie Trockenrohdichte, Kohlenstoffgehalt sowie die Konzentration von Stickstoff, Kalium und Phosphor zu ermitteln.

Als nächstes stehen Bodenanalysen und Kotanalysen auf der Agenda. Die Bodenproben von den organischen Grünlandflächen werden auf bodenchemische und-physikalische Parameter hin analysiert und geben Aufschluss über die potentiell verfügbaren Nährstoffe im Boden. Die Kotproben von Mutterkühen und Milchvieh werden auf einen Befall mit dem großen Leberegel (Fasciola heptica) untersucht, ein typischer Endoparasit auf feuchten Weideflächen.

Momentan schwitzen wir nicht nur im Büro, sondern hauptsächlich auf den Flächen unserer Kooperationsbetriebe: die Flächenkartierungen sind in vollem Gange. Anhand des Vorkommens und der Zusammensetzung der Pflanzenarten können Rückschlüsse auf den Zustand des Bodens gezogen und Wasserstufen abgeleitet werden. Im selben Zuge erfolgen Futterwertanalysen zur Einschätzung der Futtererträge und –qualitäten.

Aktuell planen wir den ersten Workshop im Projekt BOGOS. Von diesen Workshops soll es insgesamt vier geben, einer auf jedem Kooperationsbetrieb. Ziel der Treffen ist es, interessierte regionale Stakeholder*innen (Kooperationslandwirt*innen, angrenzende Landbewirtschafter*innen, Vertreter*innen relevanter Verbände und Behörden sowie der Schutzgebietskulissen) zusammenzubringen, um in der Betriebskulisse über betriebsspezifische Besonderheiten und Möglichkeiten im Bereich der organischen Grünlandnutzung zu informieren und zu diskutieren. Der erste soll nun im Oktober dieses Jahres stattfinden, wir freuen uns schon und hoffen auf einen produktiven Austausch!

Die Analyse der Pflanzeninhaltsstoffe ist so gut wie abgeschlossen. Franz war in den letzten Wochen fleißig unterwegs im Grünland und hat auf jedem unserer Kooperationsbetriebe Pflanzenproben gezogen. Diese werden nun im Labor analysiert und geben uns dann Aufschluss über die Nährstoffversorgung und Futterqualität des Pflanzenbestandes.

Nachdem wir nach ausführlicher Diskussion im Projektteam und in enger Absprache mit den Landwirt*innen und weiteren Stakeholder*innen eine Auswahl der Projektflächen getroffen haben, kann es losgehen mit der Planung der Standortanalysen: Pflanzeninhaltsstoffe, Flächenkartierung, Bodenanalysen, Wasserbauliche Gutachten, Parasitologische Untersuchungen…… Frühling und Sommer 2019 werden sicher nicht langweilig!

Den ersten Herbst und Winter im Projekt haben wir zum Großteil bei Wind und Wetter in den Betriebskulissen unserer Kooperationslandwirt*innen verbracht. Ziel war die Sammlung von Informationen zu den Betriebsflächen: Wo liegen die Flächen? In welchem Zustand sind sie? Was wächst wo? Wie gestaltet sich die Wasserregulierung? Wie werden sie momentan genutzt?…. Diese erste Zusammenstellung von Daten dient als Grundlage für die anschließende konkrete Auswahl der Flächen, die für Standortanalysen und mögliche Nutzungsoptimierungen in Frage kommen.

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