Aktuelles

Im November fand die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde e. V.  zusammen mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung auf digitalem Wege statt und lieferte spannende Einblicke und neue Entwicklungen zum übergeordneten Thema „Stauhaltung im Niedermoorgrünland“.

Im Projekt BOGOS stand das zweite Treffen der Projektarbeitsgruppe an. Der Fokus lag dieses Mal auf dem Vorgehen zur Entwicklung alternativer Nutzungen am konkreten Beispiel der Agrargenossenschaft Radensdorf. Wir präsentierten der Expertenrunde die erarbeitete Methodik zur Szenarienentwicklung und -bewertung und stellten zusammen mit der Betriebsleitung die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Treffen im Spreewald vor. Die anschließende Diskussion konzentrierte sich neben der Bewertung der Methodik auf Vorteile und Herausforderungen einer Biomasse-Kompostierung von Nassgrünland. Wir konnten aus dem Treffen wieder hilfreiche Schlüsse für das weitere Vorgehen mit unseren Projektbetrieben ziehen!

Wir befinden uns in einer spannenden Phase von BOGOS: die umfangreichen Datenaufnahmen und -auswertungen der letzten zwei Jahre sind abgeschlossen. Analysiert wurden neben den Bodenverhältnissen, Pflanzenbeständen und der Wasserregulierbarkeit ausgewählter Grünlandflächen auch die Struktur und Wertschöpfung der einzelnen Betriebe. Die Ergebnisse bilden nun die Basis für die konkrete Entwicklung alternativer Nutzungsszenarien mit unseren Projektbetrieben.

Mit einer Vorauswahl an Nutzungsalternativen (Transfermulch, Pflanzenkohle, Kompostierung, Energetische Nutzung) sind wir Ende Oktober zunächst in den Spreewald gefahren. Vor Ort wurden mit der Betriebsleitung der Agrargenossenschaft Radensdorf alle Szenarien durchleuchtet und hinsichtlich Ihrer Umsetzbarkeit und der Wertschöpfung für den Betrieb sowie dem Potential für den Moor-, Klima- und Bodenschutz diskutiert. Als Favorit kristallisierte sich die Idee einer Kompostierung der Biomasse vom Nassgrünland zur Nutzung als Düngung im Ackerbau heraus. Dazu recherchieren wir nun aktuell im Detail, um alle offenen Fragen der Betriebsleitung zu dieser Form der Biomasseverwertung zu klären. Eine wichtige Komponente ist dabei die Integration der zusätzlichen Arbeitsprozesse in den Betriebskreislauf sowie die Schaffung rentabler Wertschöpfungsketten.

Unser Projekt BOGOS wurde im Paludikultur-Newsletter (2020_3) des Greifswald Moor Centrums vorgestellt. Gerne mal hereinschauen, rund um das Thema Moor und Paludikultur werden regelmäßig spannende Beiträge veröffentlicht.

 https://www.moorwissen.de/en/paludikultur_newsletter.php

Die Analyse und Bewertung der vorhandenen Meliorationssysteme auf den Betriebsflächen der Kooperationsbetriebe ist in vollem Gange. Das umfasst unter anderem die Auswertung vorhandener Daten. Es sollen möglichkeiten einer Wasserstandsanhebung bzw. –stabilisierung aufgezeigt werden und die dabei zu erreichende absolute Graben-Wasserstandshöhe abgeschätzt werden. Die Wirkungen auf die Teilgebiete und die angrenzenden Nachbarflächen sind zu bewerten und die notwendigen Genehmigungswege zu umreißen.

Die Auswertungen der im Gelände erfassten Daten nehmen aktuell den größten Teil unserer Arbeit ein.

Es umfasst die Auswertung der Vegetation, die uns auf die Wasserverhältnisse schliesen lässt, sowie die Qualität der Ernte wiederspiegelt. Der Zustand der Qualität der Ernte wird durch Laboranalysen genau ermittelt. Dabei haben wir uns die Anteile an Rohfaser und Rohprotein, sowie die Konzentration der Minerale Kalium und Phosphor angeschaut.

© Wenzl F.

Am Betrieb Lehrschäferei Friedrichsfelde wurde die Möglichkeit einer regelmäßigen anstehenden Blutuntersuchung bei den Wasserbüffeln genutzt, um auch Blut für Parasitologische Untersuchungen abzunehmen. Dabei wird das Blut auf Antikörper gegen mögliche Endoparasiten, wie den Leberegel und den Pansenegel untersucht.  

 
 
 
 
 
© Wenzl F.

Am Betrieb Agrargenossenschaft Radensdorf wurden parasitologische Untersuchungen durchgeführt. Es wurden von den Mutterkühen Kotproben genommen, die in einem Labor auf Leberegel und Pansenegel untersucht werden.

© Wenzl F.

Bei zahlreichen Bodenproben auf den Flächen haben wir eine genaue Ansprache der Torfe gemacht. Es wurden aus verschiedenen Bodenschichten Proben genommen, um im Labor eine Analyse von Parametern wie Trockenrohdichte, Kohlenstoffgehalt sowie die Konzentration von Stickstoff, Kalium und Phosphor zu ermitteln.

Als nächstes stehen Bodenanalysen und Kotanalysen auf der Agenda. Die Bodenproben von den organischen Grünlandflächen werden auf bodenchemische und-physikalische Parameter hin analysiert und geben Aufschluss über die potentiell verfügbaren Nährstoffe im Boden. Die Kotproben von Mutterkühen und Milchvieh werden auf einen Befall mit dem großen Leberegel (Fasciola heptica) untersucht, ein typischer Endoparasit auf feuchten Weideflächen.

Momentan schwitzen wir nicht nur im Büro, sondern hauptsächlich auf den Flächen unserer Kooperationsbetriebe: die Flächenkartierungen sind in vollem Gange. Anhand des Vorkommens und der Zusammensetzung der Pflanzenarten können Rückschlüsse auf den Zustand des Bodens gezogen und Wasserstufen abgeleitet werden. Im selben Zuge erfolgen Futterwertanalysen zur Einschätzung der Futtererträge und –qualitäten.

Aktuell planen wir den ersten Workshop im Projekt BOGOS. Von diesen Workshops soll es insgesamt vier geben, einer auf jedem Kooperationsbetrieb. Ziel der Treffen ist es, interessierte regionale Stakeholder*innen (Kooperationslandwirt*innen, angrenzende Landbewirtschafter*innen, Vertreter*innen relevanter Verbände und Behörden sowie der Schutzgebietskulissen) zusammenzubringen, um in der Betriebskulisse über betriebsspezifische Besonderheiten und Möglichkeiten im Bereich der organischen Grünlandnutzung zu informieren und zu diskutieren. Der erste soll nun im Oktober dieses Jahres stattfinden, wir freuen uns schon und hoffen auf einen produktiven Austausch!

Die Analyse der Pflanzeninhaltsstoffe ist so gut wie abgeschlossen. Franz war in den letzten Wochen fleißig unterwegs im Grünland und hat auf jedem unserer Kooperationsbetriebe Pflanzenproben gezogen. Diese werden nun im Labor analysiert und geben uns dann Aufschluss über die Nährstoffversorgung und Futterqualität des Pflanzenbestandes.

Nachdem wir nach ausführlicher Diskussion im Projektteam und in enger Absprache mit den Landwirt*innen und weiteren Stakeholder*innen eine Auswahl der Projektflächen getroffen haben, kann es losgehen mit der Planung der Standortanalysen: Pflanzeninhaltsstoffe, Flächenkartierung, Bodenanalysen, Wasserbauliche Gutachten, Parasitologische Untersuchungen…… Frühling und Sommer 2019 werden sicher nicht langweilig!

Den ersten Herbst und Winter im Projekt haben wir zum Großteil bei Wind und Wetter in den Betriebskulissen unserer Kooperationslandwirt*innen verbracht. Ziel war die Sammlung von Informationen zu den Betriebsflächen: Wo liegen die Flächen? In welchem Zustand sind sie? Was wächst wo? Wie gestaltet sich die Wasserregulierung? Wie werden sie momentan genutzt?…. Diese erste Zusammenstellung von Daten dient als Grundlage für die anschließende konkrete Auswahl der Flächen, die für Standortanalysen und mögliche Nutzungsoptimierungen in Frage kommen.

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