Vorstellung des Forschungsvorhabens

Hintergrund

Ein Großteil der Grünlandflächen in Brandenburg (75 %) [Greiner et al. 2009] befindet sich auf entwässerten Moorstandorten ohne aktive Stauhaltung. Die jahrzehntelange, teils tiefgründige Entwässerung führt zunehmend zu Problemen in der Bewirtschaftung dieser Flächen: Bodendegradierung und die Ausbildung von Stauschichten wirken sich negativ auf Futterqualität und Erträge aus (Zeitz und Pickert, 2017). Bodensackung und die damit verbundene Mikroreliefierung des Geländes erschweren die Befahrbarkeit der Flächen mit konventioneller Landtechnik. Die im Jahresverlauf stark schwankenden Wasserstände und die Durchlüftung und Mineralisierung der Torfe führen des Weiteren zur Freisetzung klimawirksamer Gase. Verstärkt werden all diese Effekte durch Witterungsextreme wie sehr heiße und trockene Sommer.

LITERATUR:
Greiner B., Hertwig H., Pickert J., Jänicke H. (2009): Anforderungen an die landwirtschaftliche Grünlandnutzung in Nordostdeutschland. DLG Grünlandtagung 2009, Iden, 5-15.
Zeitz J., Pickert J. (2017): Grünland auf Niedermooren – Balance zwischen Nutzung und Schutz. Tagungsband der 61. Jahrestagung der AGGF in Berlin/Paulinenaue, 13-18.

Projektziele

Ziel des Projektes BOGOS ist es, klima- und bodenschonende, klimawandelresistente und naturschutzfachlich akzeptable Grünlandnutzungs-Konzepte für organische Standorte zu entwickeln und damit Beispiele für eine zukunftsfähige Grünlandnutzung aufzuzeigen. Der Fokus liegt dabei auf der Erarbeitung von Nutzungsszenarien, die flächenscharf sowie standörtlich und betriebswirtschaftlich angepasst und sinnvoll sind.

Dieser Entwicklungsprozess erfolgt in Zusammenarbeit mit Kooperationslandwirt*innen und dadurch engem Austausch zwischen Praxis, Forschung und regionalen Stakeholdern. Der Wissenstransfer wird realisiert durch die Kombination von (1) etablierten wissenschaftlichen Verfahren und Instrumenten, (2) mit der langjährigen praktischen Erfahrung der Praxispartner sowie (3) der qualifizierten und kritischen Begleitung durch eine Projektarbeitsgruppe mit Akteuren aus relevanten Bereichen der Landnutzung.

Langfristiges Ziel ist es, die neuen Erfahrungswerte und Erkenntnisse in die regionale und überregionale Ebene zu transportieren. Dafür werden Workshops organisiert und ein Seminar für Moorpraktiker*innen konzipiert.

Projektinhalt

Projektverlauf © Wenzl F.

Finanzierung, Laufzeit und Projektleitung

Das Projekt BOGOS wird finanziert aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Fördermittelgeber ist das Ministerium Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg (MLUK), die Fördermittelverwaltung liegt bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre, von Herbst 2018 – Herbst 2021.

Die Projektleitung obliegt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Prof. Dr. Vera Luthardt (Fachgebiet Vegetationskunde und angewandte Pflanzenökologie) und Prof. Dr. Inga Schleip (Fachgebiet Nachhaltige Grünlandnutzungssysteme und Grünlandökologie).

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